Corona: Tipps für Musiker*innen

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Der Corona-Virus zieht Musiker*innen und Bands noch stärker in den digitalen Raum. Wo das Internet bereits zuvor eine wichtige Rolle im Marketing und zur Verbindung mit den Fans spielte, wird es nun zusätzlich zum Proberaum und Club. In kürzester Zeit tun sich Akteur*innen zusammen und starten digitale Initiativen, um die Musikszene zu stärken. Eine Entwicklung, die die Musikwelt auch nach der Corona-Krise nachhaltig prägen wird und in der Lage ist, Innovationen für die Zukunft anzustoßen. Wettbewerbe und Förderprogramme zielen nicht selten ebenfalls genau darauf ab.

Wir möchten euch an dieser Stelle Möglichkeiten aufzeigen, die ihr als Musiker*innen und Musikliebhaber*innen nutzen und ausprobieren könnt – in Zeiten von Corona und darüber hinaus – sowie interessante Artikel zum Thema sammeln. Dabei ergänzen wir diese Sammlung fortlaufend.

Livestreaming

Viele Musiker*innen, Clubs und andere Initiativen nutzen Livestreaming, um in der Zeit des Veranstaltungsverbots Konzerte spielen zu können. Oft wird das Streaming dann mit einer Spendenmöglichkeit verbunden, um alternative Einnahmen zu generieren.

In unsere gemeinsamen Facebook-Gruppe für Livestreams mit Akteurinnen der Landesmusikakademie Sachen und dem Landesmusikrat Sachsen-Anhalt könnt ihr eure Streams ankündigen und posten. Die Gruppe wächst und ist momentan fast 700 Mitglieder stark.

Gemeinsam Musizieren

„Online Musizieren und Unterrichten: JamKazam, Skype, Doozzoo, Zoom und Jitsi im Vergleich“
BackstagePro stellt hier verschiedene Tools gegenüber, die das gemeinsame Musizieren online erleichtern sollen.

Spenden sammeln

„Online Spenden sammeln: Das sind die wichtigsten Plattformen für Bands und Musiker“
Hier zeigt BackstagePro auf, welche Möglichkeiten es für Musiker*innen gibt, Spenden zu sammeln. Mit dabei sind Plattformen wir Betterplace, GoFundMe und die klassische Variante via Paypal.

Spotify

Auch wenn es vor allem ein Marketing-Tool ist und bei vielen nur wenig Einnahmen fließen: Spotify-Playlisten zeigen Support für die Künstler*innen. Als Band könnt ihr euch innerhalb eurer Szene zusammentun und euch gegenseitig mit einer gemeinsamen Playlist unterstützen.

Der MDR hat zudem eine eigene Playlist für Künstler*innen aus Mitteldeutschland zusammengestellt, für die ihr euch noch bei MDR Kultur bewerben könnt.

Klickt euch auch gern in die Spotify-Playlist zu unserem Thüringen Sampler rein und hört euch durch die Thüringer Musiklandschaft.

Merchandise

Ohne Konzerte verkauft sich oft auch weniger Merchandise. Macht darum gezielt auf eure Onlineshops und euer Merchandise aufmerksam. Vielleicht könnt ihr dabei sogar mit kleinen kreativen Aktionen oder Sonderverkäufen punkten.

Aktionen wie Be My Quarantine oder jene von Million Thoughts Merchandise setzen dabei zudem auf Gemeinschaft.
Dort könnt ihr euch als Musiker*in, Club, Veranstalter*in und andere*r Kreativschaffende*r beteiligen und so eure Merch-Artikel verkaufen.

Tickets spenden

Künstler*innen können außerdem unterstützt werden, indem bereits gekaufte Tickets behalten werden. Die Aktion „Ticket behalten“ möchte auf diese Möglichkeit aufmerksam machen und ist eine Aktion der Folk-Szene.
Dies ist nur ein Beispiel. Natürlich steht euch diese Möglichkeit als Musikliebhaber*in in jedem Genre offen.

Als Musiker*innen könnt ihr eure Fans bitten, euch und Veranstalter auf diese Art zu unterstützen.

Förderungen und Wettbewerbe

Wettbewerbe und Förderprogramme für Musiker*innen gibt es auch außerhalb der Corona-Zeit. Einige Angebote und Initiativen bilden sich aber genau jetzt heraus. Wir haben von beidem etwas für euch zusammengestellt.

  • Clubtopia – Deine Idee für eine nachhaltige und klimafreundliche Clubszene
    Zielgruppe: Clubbetreiber*innen, Veranstalter*innen, Gewerke und Zulieferer für die Nachtszene, Vertreter*innen der Nachhaltigkeit(-sbranche), Künstlerinnen und interessierte Clubgänger*innen
    Prämierung: Crowdfunding-Beratung, Feedback-Workshop, Öffentlichkeitsarbeit (Kategorie Unternehmen und Initiativen)
    Öffentlichkeitsarbeit (Kategorie Leuchtturmprojekt)
    Bewerbungsschluss: 31.05.2020
  • Nothilfefond der Deutsche Orchesterstiftung
    Ein für freischaffende Musiker*innen ins Leben gerufener Nothilfefond.
    Zielgruppe: Freischaffende Musiker*innen
    Förderung: 400€
    Bewerbung: Derzeit ist das Antragsvolumen erschöpft. Sollte es aber möglich werden, werden weitere Anträge zugelassen.
  • Musikfonds
    Zielgruppe: professionelle zeitgenössische Musiker*innen aller Genres
    Förderung: zeitlich befristete Projekte bis zu 50.000€
    Bewerbungsschlüsse: 31.05., 30.09., 31.01.
  • Fonds Soziokultur: Ad-hoc-Programm „Inter-Aktion“
    Der Fonds fördert mit diesem Sonderföderprogramm Projekte, die Konzepte und Prototypen in diesen besonderen Zeiten des „Abstandhaltens“ entwickeln.
    Zielgruppe: insbesondere Orte der Kultur- und Medienarbeit, soziokulturelle Zentren, Jugendkunstschulen und Einrichtungen der Kulturellen Bildung in freier Trägerschaft
    Förderung: bis zu 5.000€
    Bewerbungsschluss: 02.05.2020

In unserem Fördermittelguide haben wir noch weitere Links und Programme für euch gesammelt – unter anderem die Initiative Musik und die LiveKomm als „Klassiker“ musikalischer Förderung.


Die Möglichkeiten sind vielseitig und es kommen laufend neue dazu oder es werden Änderungen vorgenommen. Bleibt darum umtriebig, schaut euch im Netz auf den entsprechenden Seiten um und sprecht mit euren Musikerkolleg*innen.

Für Hilfsinitiativen und Anpassungen seitens GEMA, KSK, GVL und Co schaut bitte in diesem Beitrag: Corona-Krise: Aktuelle Entwicklungen und auf den entsprechenden Webseiten vorbei. In besagtem Blogbeitrag findet ihr auch weitere allgemeine finanzielle Hilfsprogramme und Entschädigungsmaßnahmen von staatlicher Seite mit Fokus auf Thüringen.


Fotos: Fernando Lavin, Dollar Gill und Keagan Henman auf Unsplash